Vor 70 Jahren: Die Reichspogromnacht in Münster
9. November 2008 von Michael Bielitza
In der “Reichspogromnacht” vor 70 Jahren, in der Nacht vom 09. auf den 10. November, wurden in ganz Deutschland und Österreich organisiert Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Wohnungen und Geschäfte zerstört, geplündert und jüdische Bewohner und Eigentümer misshandelt.
Aber nicht nur in den großen Städten wie Berlin oder München brannten jüdische Gotteshäuser, auch in Münster stand die Synagoge in der Klosterstraße in Flammen. 1933 lebten rund 700 Juden in Münster. Bis zu dieser Nacht hatten bereits 264 Juden Münster verlassen und waren ins Ausland emigriert. Die furchtbaren Ereignisse der “Reichskristallnacht” in Münster werden in einem Artikel von Martina Meißner in der Münstersche Zeitung beklemmend beschrieben.
Das Fazit der nationalsozialistischen Herrschaft in Münster:
Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 275 in Konzentrationslagern ermordet. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. Mit der letzten Deportation im März 1943 wurde Münster für „judenfrei“ erklärt. Die jüdische Gemeinde hatte aufgehört zu bestehen. (Quelle Wikipedia)
Die jüdische Gemeinde Münster umfasst heute wieder etwa 800 Mitglieder.
Am 09.11.2008 findet ein von der Jugendgeschichtswerkstatt Münster organisierter Gedenkspaziergang anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Rathaus/ Prinzipalmarkt.
Quellen
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